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Rio Tinto: Sinkende Stahlpreise und höhere Zinsen trüben Ausblick ein

Veröffentlicht am 05.05.2022, 06:52
Aktualisiert 09.07.2023, 12:32
  • Rio Tinto (LON:RIO) hat in den letzten 5 Jahren eine bessere Performance erzielt als der QQQ
  • Angesichts des nachlassenden Wachstums der Stahlnachfrage und der sinkenden Preise sind die Prognosen ungünstig
  • Die Performance von RIO hängt hauptsächlich von den Verkäufen nach China ab
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Rio Tinto (NYSE:RIO), das zweitgrößte Metall- und Bergbauunternehmen der Welt, hat sich in den vergangenen 3 bis 5 Jahren sehr gut entwickelt. Die auf das Jahr hochgerechneten 3- und 5-Jahres-Gesamtrenditen belaufen sich auf 15,8 % bzw. 20,2 % pro Jahr. Der iShares MSCI Global Metals & Mining Producers ETF (NYSE:PICK) erzielte im gleichen Zeitraum eine Gesamtrendite von 19,4 % bzw. 15,7 % pro Jahr. Zum Vergleich: Die annualisierte 5-Jahres-Gesamtrendite des NASDAQ 100 (über QQQ) beläuft sich auf 19 % pro Jahr.

RIO ist im letzten Monat aufgrund von Bedenken hinsichtlich der weltweiten Metallnachfrage um 11,5 % gefallen. Der Aktienkurs liegt rund 25 % unter dem 12-Monats-Höchststand von 94,65 USD vom 11. Mai 2021. Das Wiederaufleben der COVID-Lockdowns in China hat die Prognosen für Eisenerz und andere Rohstoffe beeinträchtigt. China hat außerdem angekündigt, die Stahlproduktion einzuschränken, was zu einem erheblichen Abwärtsdruck auf Eisenerz führt. Auf China entfallen immerhin mehr als 57 % der weltweiten Umsätze von RIO. China baut außerdem auch die heimische Eisenerzproduktion aus. Darüber hinaus haben die aggressivere Haltung der Fed und andere Faktoren wie z.B. die leichte Inversion der Renditekurve im März dazu geführt, dass die Märkte sich Sorgen hinsichtlich einer Verlangsamung des Wachstums und der Möglichkeit einer weltweiten Rezession machen.

RIO 12-Monats-Preisentwicklung.

Quelle: Investing.com

Die Konsensprognose für das EPS-Wachstum von RIO in den nächsten drei bis fünf Jahren liegt bei -13,7 % pro Jahr, was auf ein langsameres Wachstum der Stahlnachfrage zurückzuführen ist, die im Baugewerbe jahrelang extrem hoch war, das durch das sehr niedrige Zinsniveau angeheizt wurde. Die Stahlpreise explodierten zwischen November 2020 und November 2021, sind seitdem aber wieder um etwa 30 % gefallen.

Prognosen  für den Gewinn pro Aktie (EPS) von RIO.

Quelle: E-Trade

Ich habe zuletzt am August 23, 2021 über RIO geschrieben, als die Aktie bei 72,38 USD notierte. Zu diesem Zeitpunkt stufte ich die Aktie als "bullish/buy" ein. Seit diesem Beitrag hat RIO eine Gesamtrendite von +3,8 % (einschließlich Dividenden) gegenüber -7,0 % für den S&P 500 (SPY) erzielt. Jede Analyse eines Unternehmens wie RIO beinhaltet Annahmen über Rohstoffpreise, Zinssätze und das globale Wirtschaftswachstum. Bei der Analyse zu RIO habe ich mich auf zwei Arten von Konsensprognosen gestützt. Die erste ist der allgemein bekannte Konsens der Wall Street-Analysten. Die zweite ist das Konzept der marktimplizierten Prognose, die den impliziten Konsens der Käufer und Verkäufer von Optionen in Bezug auf eine Aktie aggregiert. RIO wird von den Aktienanalysten nur in sehr begrenztem Umfang besprochen, die vorherrschende Meinung war jedoch optimistisch, und der Konsens für das 12-Monats-Kursziel lag mehr als 40 % über dem damaligen Aktienkurs. Auch die Preise der RIO-Optionen signalisierten eher optimistische Erwartungen. Die implizite Optionsvolatilität für RIO war moderat, was etwas überraschte. In Anbetracht dieser beiden positiven Konsensprognosen und der günstigen Fundamentaldaten (steigende Inflation und insbesondere ein starker Anstieg der Stahlpreise) war ein positives Gesamt-Rating naheliegend.

Für Leser, die mit dem Konzept der vom Markt implizierten Prognose nicht vertraut sind, ist eine kurze Erklärung erforderlich. Der Preis einer Aktienoption spiegelt die übereinstimmende Einschätzung des Marktes über die Wahrscheinlichkeit wider, dass der Aktienkurs bis zum Ablauf (dem Verfall) einer Option höher (Call-Option) oder niedriger (Put-Option) als ein bestimmtes Niveau (der Ausübungspreis der Option) sein wird. Die Analyse der Preise von Kauf- und Verkaufsoptionen mit unterschiedlichen Strikes (Ausübungspreisen), die aber alle das gleiche Verfallsdatum haben, ermöglicht eine probabilistische (auf der Wahrscheinlichkeitstheorie beruhende) Preisprognose unter Einbeziehung dieser Optionspreise. Dieses Konzept wird als marktimplizite Prognose bezeichnet. Lesern, die sich für diese Materie interessieren und mehr wissen wollen, empfehle ich die Monographie des CFA Institute (in englischer Sprache).

Da seit meiner letzten Analyse von RIO nun acht Monate vergangen sind, habe ich die marktimplizite Prognose bis Ende 2022 aktualisiert und mit den aktuellen Erwartungen der Aktienanalysten verglichen.

Konsenserwartungen der Wall Street für RIO

Wie ich bereits in meinem letzten Beitrag erwähnt habe, besprechen nur wenige Analysten RIO. E-Trade berechnet die Prognosen auf Grundlage der Einschätzungen führender Analysten, die in den letzten Monaten Stellungnahmen veröffentlicht haben. Es gibt nur vier Analysten, die die Kriterien von E-Trade erfüllen, und nur einer hat ein 12-Monats-Kursziel von 92 USD ausgegeben, was 29 % über dem aktuellen Aktienkurs liegt. Von den vier Analysten stuft einer die Aktie mit "Buy" ein, während drei die Aktie mit "Hold" bewerten. Für ein weltweit führendes Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 100 Mrd. USD habe ich noch nie eine so magere Berichterstattung seitens der Analysten gesehen.

Die Version des Wall-Street-Konsens von Investing.com wird durch Kombinieren der Meinungen von fünf Analysten berechnet. Das Konsens-Rating ist optimistisch, und das 12-Monats-Kursziel für RIO liegt 27,7 % über dem aktuellen Kurs der Aktie.

Analystenkonsensbewertung und 12-Monats-Kursziel für RIO.

Quelle: Investing.com

Obwohl Studien den Prognosewert des Wall-Street-Konsenses bewiesen haben, veranlasst mich die geringe Anzahl von Analysten, auf denen sich das Ergebnis gründet, diesen Konsens bei meiner Analyse außer Acht zu lassen.

Marktimplizierte Prognose für RIO

Ich habe die marktimplizierte Prognose für RIO für den 8,6-Monats-Zeitraum von heute bis zum 20. Januar 2023 mithilfe von Optionen berechnet, die zu diesem Termin verfallen. Ich habe dieses spezielle Verfallsdatum gewählt, um einen Überblick über die Erwartungen bis Ende 2022 zu erhalten und weil die Januar-Optionen in der Regel am aktivsten gehandelt werden. Die durchschnittlichen Geld- und Briefkurse für Optionen am Geld für RIO liegen 2 % vom Mittelkurs entfernt (Geldkurs 2 % darunter und Briefkurs 2 % darüber), was auf einen aktiven Markt für diese Optionen schließen lässt.

Die Standarddarstellung der marktimplizierten Prognose ist eine Wahrscheinlichkeitsverteilung der Kursrendite, wobei die Wahrscheinlichkeit auf der vertikalen und die Rendite auf der horizontalen Achse abgebildet wird.

Marktimplizierte Prognose auf Grundlage der Wahrscheinlichkeiten von jetzt zum 20.Jan.

Quelle: Berechnungen des Autors unter Verwendung von Preisangaben von E-Trade

Die marktimplizierte Prognose für RIO ist eher negativ, also pessimistisch. Die maximale Wahrscheinlichkeit entspricht einer Kursrendite von -13,4 % über diesen 8,6-Monats-Zeitraum. Die auf Grundlage dieser Prognose errechnete erwartete Volatilität beträgt 37 %.

Um den direkten Vergleich der Wahrscheinlichkeiten für positive und negative Renditen zu erleichtern, habe ich die negative Seite der Verteilung um die vertikale Achse gedreht (siehe Grafik unten).

Marktimplizite Kurs/Gewinnwahrscheinlichkeiten von jetzt bis zum 20. Jan..

Quelle: Berechnungen des Autors unter Verwendung von Preisangaben von E-Trade

Diese Betrachtung unterstreicht die pessimistische Tendenz der marktimplizierten Prognose. Die Wahrscheinlichkeit einer negativen Rendite ist durchweg höher als die Wahrscheinlichkeit einer positiven Rendite in der gleichen Größenordnung (die rot gestrichelte Linie liegt im Chart oben hauptsächlich über der durchgezogenen blauen Linie).

Die Theorie legt nahe, dass die marktimplizierte Prognosen tendenziell durch eine negative Verzerrung gekennzeichnet ist, da Anleger insgesamt risikoscheu sind und dazu neigen, mehr als den fairen Wert für den Schutz vor Abwärtsrisiken zu zahlen. Es gibt jedoch keine robusten Möglichkeit festzustellen, ob hier eine solche Verzerrung vorliegt. Selbst wenn man bedenkt, dass die marktimplizierte Prognose die Wahrscheinlichkeit von Verlusten überbewerten könnte, ist diese Prognose nach meiner Erfahrung mit diesen Methoden pessimistisch.

Fazit zu RIO

RIO hat sich in den letzten fünf Jahren als lohnendes Investment für seine Anleger erwiesen, zuletzt erhielt die Aktie durch den Anstieg der Stahlpreise im Jahr 2021 einen Schub. Angesichts der sich eintrübenden Nachfrageszenarien, insbesondere in China, und der rapide gefallenen Stahlpreise gegenüber ihren früheren Höchstständen sind die Aussichten für das nächste Jahr jedoch nicht besonders günstig. Die vorteilhaften niedrigen Zinsen, die für einen Boom in der Bauwirtschaft gesorgt hatten, sind mittlerweile steigenden Zinssätzen gewichen. Die Zahl der Analysten, die RIO beobachten, ist gering, aber die vorherrschende Meinung signalisiert, dass die Aktie unterbewertet ist. Da es an spezifischen Studien mangelt, messe ich diesen Bewertungen keine große Bedeutung bei. Die marktimplizierte Prognose bis Anfang 2023 ist im Gegensatz zu den von mir im August berechneten Aussichten eher negativ. Ich passe daher mein Rating für RIO von "optimistisch/Buy" auf "neutral/Hold" an.

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sind die Analysten nicht der Meinung Rohstoff boom?Mit Ukraine und Russland fallen 2 Förderländer weg.Neben Eizenerz wir Alu und Kupfer für E Mobilität gefördert.KGV 2022 von ca 6 und einer Dividenden Rendite von ca 12%... eher der positive Ausblick
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