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Argumente für einen Bärenmarkt

Veröffentlicht am 27.07.2023, 17:53
VOWG
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NVDA
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META
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XLK
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XPEV
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Am 19. Juni präsentierte ich Ihnen einige Argumente, die dafürsprechen würden, dass wir in einen langfristigen Bullenmarkt übergehen könnten. In diesem Artikel führe ich einige Gründe an, wieso genau das Gegenteil der Fall sein könnte. Weder der erste Artikel noch dieser hier stellen meine persönliche Meinung dar. Meinungen sollten ohnehin in makroökonomischen Diskursen beiseitegelegt werden, sodass man eine ausgewogene Diskussion führen kann. Fangen wir also an.

Die erste Jahreshälfte war von starken Kurszuwächsen an den Aktienmärkten geprägt. Besonders die Technologie-Aktien (NYSE:XLK) in den USA legten stark zu. Gleichzeitig blieben die Rohstoffe und Energiepreise auf niedrigeren Niveaus, sodass die Produktion die Lieferrückstände abbauen und Personal aufbauen konnte. Soweit erst einmal positive Signale nach dem Turbulenzenjahr 2022. Jedoch stiegen die Kurse auffällig stringent. Es gab kaum Pausen, Rücksetzer oder korrektive Strukturen in einer Vielzahl von Märkten. Gerade hochkapitalisierte Unternehmen legten massive Rallyes im Verhältnis zu ihrer Marktkapitalisierung hin. Das ist ein sehr negativ auffallendes Zeichen und ähnelt eher einem flächendeckenden Pump-and-Dump-Schema. Zudem setzten diese Anstiege in einer Zeit von großem Pessimismus ein: Inflation, Chipmangel, Währungsdiversifizierung, Immobilienkrise, Aufstieg der nicht-westlichen Industriestaaten. Ende letzten Jahres hieß es noch, dass die Weltwirtschaft in eine Rezession verfällt. Keines der oben genannten Probleme wurde nachhaltig gelöst und in diesen Pessimismus legten Unternehmen, wie Nvidia (NASDAQ:NVDA) und Meta (NASDAQ:META), mehrere 100% zu. Kartellstrukturen unter institutionellen Investoren und großen Finanzakteuren sind nichts Neues und so könnte der Anstieg der letzten sechs Monate das Resultat eins koordinierten Vorgehens zum Ausgleich von Verlusten sein.

Weniger intransparent sind aber andere Argumente. Zum einen heben etliche Zentralbanken ihre Zinssätze weiterhin an. Sogar Japan, wo man am Leitzins bislang nichts tat, kommt diesbezüglich in Bewegung. Mit den weiter steigenden Beleihungswerten sollten die Investitionsraten bald zurückgehen. Die kreditwürdigsten Investoren dürften langsam schon mit hohen Krediten für Investitionen bedient und etwaige Reserven schon in der Halbjahresrallye eingespeist sein. Zudem steigt damit auch die Attraktivität zinsbasierter Investitionen. Mit abschwächender Euphorie ist der Wechsel zu passiveren Investmentstrategien ein logisches Vorgehen.

Dazu kommt eben das unklare Wirtschaftsumfeld. Zwar soll ja das versprochene Infrastrukturpaket in den USA weiter anlaufen, aber bislang läuft es noch schleppend. Auf der anderen Seite rollen die Chinesen ihre Road & Belt Initiative aggressiver aus als je zuvor, wobei sie mit starken Wachstumsraten und geringer Inflation Rückenwind bekommen. Es werden Allianzen jenseits des europäischen und nordamerikanischen Parketts gegründet und auch der Rohstoffhandel wird immer mehr in lokalen Währungen abgewickelt. Damit wird der Shift in den Osten recht deutlich. Wenn Macht in Bewegung kommt, lässt das Kapital nicht lange auf sich warten. Gerade erst gestern investierte Volkswagen (ETR:VOWG) in den chinesischen E-Auto-Hersteller Xpeng (NYSE:XPEV), um den chinesischen Markt nicht aus den Augen zu verlieren – ein Markt der knapp die Hälfte des VW-Umsatzes ausmacht. Auswirken kann sich das auf den Kapitalmarkt in Form von höherer globaler Konkurrenz, sodass die Aktien aus Europa und den USA durch die Entstehung guter Alternativen immer weiter unter Druck geraten. Zudem beeinflusst das auch die Kaufentscheidungen von Abnehmern. Wenn es zum Beispiel günstigere Vergleichsprodukte zu den Chips von Nvidia gibt, muss Nvidia seine Strategien anpassen, um profitabel zu bleiben. Wie es in Deutschland und Europa um die abbauende Industrieleistung steht, wissen Sie sicherlich.

Ein letztes wichtiges Argument für einen bevorstehenden Bärenmarkt ist der Immobiliensektor. Seit der Finanzkrise sind die Preise für Wohnungen und Häuser weltweit um ein Vielfaches gestiegen. Auch die Mieten nehmen rasant zu. Weder Leitzinserhöhung noch staatlicher Wohnungsbau oder Subventionen konnten den Markt in Deutschland abkühlen. Auch in anderen Ländern zeigen sich die Preise besonders hartnäckig und stellen die Analysten vor ein Rätsel. Grund dafür ist, dass gerade um den Zeitraum der Corona-Krankheit die Kaufraten zu Niedrigzinsen zunahmen, da auch die Rahmenbedingungen für Kredite durch das Aufbrauchen von kreditwürdigen Kunden gelockert wurden. Diese Immobilienbesitzer diktieren mit ihren aktuellen Kaufpreisen noch immer den Markt. Niemand möchte eine Investition unter seinem Kaufwert veräußern und so hält sich die Erwartung, dass die Preise weiter steigen, auch wenn dieser Markt komplett überhitzt ist und ein unrealistisches Ausmaß angenommen hat. Spätestens aber wenn die ersten Insolvenzen reinpurzeln, wird der Immobilienmarkt stark geflutet werden. Viele derjenigen, die vor einigen Jahren zu niedrigen Zinsen Häuser und Wohnungen kauften, jedoch dabei eine recht enge Haushaltsrechnung hatten, werden die neuen Kredite mit 5% und mehr nicht bedienen können. Mit der Flut von neuen Inseraten könnte die Panik auch die restlichen Besitzer zum Verkauf drängen und eine weitere Immobilienkrise auslösen. Den Kapitalmarkt trifft es dann mit den einhergehenden Bankenkrisen und Insolvenzen von anderen Kredithäusern, die ihre Anteilsscheine veräußern werden müssen und das Vertrauen in den Kapitalmarkt schädigen werden.

Insgesamt sprechen also auch einige Argumente für einen Bärenmarkt. Welches der beiden präsentierten Szenarien Sie realistischer finden, überlasse ich Ihnen. Es muss auch nicht sein, dass dieser Bären- oder Bullenmarkt direkt morgen startet. In diesen Artikeln geht es lediglich drum, beide Seiten nüchtern zu betrachten.HKCM

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