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Ölkonzern ist nicht gleich Ölkonzern

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Ölkonzern ist nicht gleich Ölkonzern
Von Dr. Markus C. Zschaber   |  16.11.2021 15:07
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Das Gros der Rohstoffkurse hat in den vergangenen Monaten kräftig zulegt. Besonders dynamisch präsentierten sich die Öl- und Gaspreise. So hat sich etwa Öl der Nordseesorte Brent in den zurückliegenden zwölf Monaten mit einem Kursplus von rund 90 Prozent fast verdoppelt. Damit einhergehend haben auch die Aktienkurse der großen Ölmultis teils ordentlich Boden gut gemacht. Doch Vorsicht: Für Anleger mit einem längerfristigen Anlagehorizont sollten nicht nur die kurzfristigen Entwicklungen der Öl- und Gaspreise bei ihren Investitionsentscheidungen eine Rolle spielen, sondern auch Themen wie Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien.

Der jüngste Anstieg der Öl- und Gaspreise hat einen simplen Grund: Zwischen Angebot und Nachfrage klafft eine erhebliche Lücke. Während der konjunkturbedingte Bedarf an Rohöl sehr hoch ist, hält die OPEC+, allen voran Saudi-Arabien und Russland, an ihrer Strategie der moderaten Erhöhung der täglichen Fördermenge ab Dezember um zusätzliche 400.000 Barrel fest. Deutlich zu wenig nach Ansicht etwa der USA sowie Japans und Indiens.

Profiteure der Ölpreisentwicklung

Profiteure der aktuellen Entwicklung sind die großen Ölkonzerne, deren Kurse zuletzt deutlich Boden gut machten konnten. So legte etwa die Aktie von BP (LON:BP) binnen Jahresfrist um mehr als 48 Prozent zu, der Kurs von Royal Dutch Shell (DE:RDSa) verzeichnete im gleichen Zeitraum ein Plus um rund 46 Prozent, Chevron (NYSE:CVX) stieg um 42 Prozent und Exxon Mobil (NYSE:XOM) um stattliche 81 Prozent. Diese Entwicklung könnte sich kurzfristig noch fortsetzen, könnte der Aufwärtstrend beim Ölpreis doch noch eine Weile anhalten. So erwartet die Investmentbank Goldman Sachs (NYSE:GS), dass der Ölpreis bis zum Jahresende auf mehr als 90 Dollar je Barrel steigt. Und die Bank of America (NYSE:BAC) schließt auch einen Preis von 100 US-Dollar nicht aus.

Umdenken bei Europas Ölkonzernen

Langfristig jedoch dürfte der Trend zu alternativen Energien bei den Ölkonzernen für einen Umdenken sorgen. Allen Öl-Unternehmen dürfte zudem bewusst sein, dass sie ihren CO2-Abdruck verbessern müssen. Denn: Viele Investoren wollen ihr Geld ESG-konform anlegen. Dass sich der Fokus schon jetzt auf „grüne“ Energien richtet, wird insbesondere bei den europäischen Ölkonzernen deutlich. Während viele US-amerikanische Ölkonzerne wie ExxonMobil und Chevron weiterhin vor allem auf fossile Energieträger setzen, scheinen die europäischen Wettbewerber bereits einen Schritt weiter zu sein. BP etwa ist bereits stark in den Bereichen Onshore-Windparks, Solarenergie, Biokraftstoffe, Infrastruktur für Elektrofahrzeuge und Batterietechnik aktiv und will bis zum Jahr 2025 immerhin 20 Gigawatt und bis 2030 rund 50 Gigawatt aus „Erneuerbaren Energien“ erzeugen.

Ähnlich ambitioniert sind die Ziele von Royal Dutch Shell: Bis zum Jahr 2030 investiert der Konzern jedes Jahr 3 Milliarden US-Dollar in den Bereich Erneuerbare Energien. Royal Dutch Shell ist stark bei Offshore-Windparks, aber auch in den Bereichen Wasserstoff, Biokraftstoffe und Infrastruktur für Elektroautomobilität tätig. Am deutlichsten wird der Wandel von Big Oil zu Big Energy bei Total (PA:TTEF). Die Franzosen gaben sich sogar jüngst einen neuen Namen: Total Energies. Der umfirmierte Konzern will in den kommenden zehn Jahren 60 Milliarden US-Dollar in Windparks und Solar investieren. Total Energies hat sich auf die Fahne geschrieben, bis 2030 die Leistung von derzeit 7 auf 100 Gigawatt zu erhöhen. Schon bis 2025 will Total mit Solar, Wind, Wasserstoff und Biokraftstoffen 35 Gigawatt erzeugen.

Europa vs. USA

Aus Anlegersicht scheint es angesichts der hohen Öl- und Gaspreise kurz- und mittelfristig sicherlich attraktiv, etwa auf US-amerikanische Ölkonzerne zu setzen. Auf lange Sicht könnte sich jedoch unter Berücksichtigung des Trends zu erneuerbaren Energien der Blick auf die europäischen Öl-Multis lohnen. BP, Shell und Total scheinen sich beim Wandel von Big Oil zu Big Energy aussichtsreich in Stellung gebracht zu haben. Die drei Europäer setzen verstärkt auf auf Erdgas, Wind, Solar oder Wasserstoff. Sie haben ehrgeizige und langfristige Pläne und Projekte gestartet, um zukunftssicher aufgestellt zu sein. Anleger können – je nach Risikobereitschaft – direkt in Aktien der Öl- und Gas-Unternehmen, börsengehandelte Indexprodukte (ETPs) oder in Zertifikate investieren.

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