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Poor Man's Covered Call für die AMD-Aktie - so geht's!

Von Investing.com (Tezcan Gecgil/Investing.com )Aktienmärkte04.08.2021 14:13
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Poor Man's Covered Call für die AMD-Aktie - so geht's!
Von Investing.com (Tezcan Gecgil/Investing.com )   |  04.08.2021 14:13
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Die Aktien des Halbleiterkonzerns Advanced Micro Devices (NASDAQ:AMD) erreichten am 3. August mit 110,52 Dollar ein Rekordhoch. In diesem Jahr ist die AMD-Aktie bisher um etwa 18 % gestiegen, und in den letzten 52 Wochen hat sie über 29 % zugelegt.

AMD Weekly
AMD Weekly

Die 52-Wochen-Spanne reicht von 72,50 bis 110,52 Dollar, und die Marktkapitalisierung liegt bei 133 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Der Börsenwert einiger anderer führender Chip-Giganten lautet wie folgt:

  • Intel (NASDAQ:INTC) - rund 218 Milliarden Dollar;
  • Micron Technology (NASDAQ:MU) - 89 Milliarden Dollar;
  • NVIDIA (NASDAQ:NVDA) - 494 Milliarden Dollar;
  • Taiwan Semiconductor (NYSE:TSM) - 607 Milliarden Dollar;
  • Texas Instruments (NASDAQ:TXN) - 174 Milliarden Dollar.

Der jüngste Katalysator für den Kursanstieg der AMD-Aktie waren die robusten Zahlen für das zweite Quartal, die am 27. Juli veröffentlicht wurden. Die Umsätze beliefen sich auf 3,85 Milliarden Dollar und verdoppelten sich damit fast von 1,93 Milliarden Dollar vor einem Jahr. Das Unternehmen erzielt seinen Umsatz in zwei Hauptsegmenten:

  • Computing and Graphics (Umsatz von 2,25 Milliarden Dollar, ein Plus von 65 % gegenüber dem Vorjahr, aufgrund höherer Umsätze bei Client- und Grafikprozessoren)
  • Enterprise, Embedded und Semi-Custom (Umsatz von 1,60 Milliarden Dollar, ein Plus von 183 % im Jahresvergleich, aufgrund höherer Umsätze mit EPYC-Prozessoren und Semi-Custom-Produkten).

Der Nettogewinn (Non-GAAP) in Höhe von 778 Millionen Dollar entsprach einem Gewinn von 63 Cents pro Aktie. Vor einem Jahr beliefen sich die entsprechenden Vergleichszahlen auf 216 Millionen Dollar und 18 Cents. Der freie Cashflow erreichte mit 888 Millionen Dollar ein Rekordniveau, gegenüber 152 Millionen Dollar im zweiten Quartal 2020.

Zu den Ergebnissen sagte CEO Lisa Su:

"Wir wachsen deutlich schneller als der Markt und erfreuen uns einer starken Nachfrage in allen unseren Geschäftsbereichen. Für 2021 erwarten wir ein Umsatzwachstum von rund 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, das auf eine starke Umsetzung und eine erhöhte Kundenpräferenz für unsere führenden Produkte zurückzuführen ist."

Analysten verwiesen auf die verbesserte Performance des Chipkonzerns auf dem Markt für Rechenzentren. Erfreut zeigten sich die Anleger vor allem über die Verdoppelung der operativen Marge und die Verdreifachung der Rentabilität gegenüber dem Vorjahr. Außerdem spielte das Unternehmen die derzeitige Chip-Knappheit herunter.

Vor der Bekanntgabe der Ergebnisse bewegte sich die AMD-Aktie zwischen 90 und 91 Dollar. Am Dienstagnachmittag, während wir diese Zeilen schreiben, steht sie bei 109,76 Dollar. Das ist ein Plus von über 20 % in einer Woche.

Wohin mit der AMD-Aktie?

Von 38 via Investing.com befragten Analysten wird die AMD-Aktie mit "outperform" bewertet, das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel liegt bei 111,73 Dollar. Die Zielspanne reicht von 74 bis 169,70 Dollar. Mit anderen Worten: Angesichts der jüngsten Kursexplosion könnte die AMD-Aktie bald in unruhiges Fahrwasser geraten und einen Teil ihrer jüngsten Gewinne wieder abgeben, bevor sie möglicherweise neue Höchststände erreicht.

Daher könnten interessierte Anleger den Kauf der Aktie für ihr langfristiges Portfolio in Erwägung ziehen, insbesondere wenn es kurzfristig zu Gewinnmitnahmen kommt. Allerdings würde eine Investition in 100 Aktien von Advanced Micro Devices rund 10.976 Dollar kosten, was für die meisten Menschen eine beträchtliche Summe darstellt.

Andere wiederum sind vielleicht nervös, weil sie nicht wissen, wie tief die Aktie korrigieren könnte, bevor sie wieder gen Norden geht. Deshalb bietet es sich an, dass einige Anleger stattdessen einen "Poor Man's Covered Call" auf die Aktie einsetzen.

Daher stellen wir heute einen diagonalen Debit-Spread auf AMD unter Einsatz von LEAPS-Optionen vor, bei dem sowohl das Gewinnpotenzial als auch das Risiko begrenzt sind. Mit einer solchen Strategie ließe sich eine gedeckte Call-Position zu deutlich geringeren Kosten abbilden.

Ein diagonaler Debit Spread auf AMD-Aktien

  • Aktueller Kurs: 109,76 Dollar

Ein Händler kauft zunächst einen "länger laufenden" Long Call mit einem niedrigeren Ausübungspreis. Gleichzeitig verkauft der Händler einen Short Call mit kürzerer Laufzeit und höherem Strike, wodurch ein Long Diagonal Spread entsteht.

Die Call-Optionen für die zugrunde liegende Aktie haben also unterschiedliche Ausübungspreise und unterschiedliche Fälligkeitstermine. Der Händler geht bei einer Option long und bei der anderen short, um einen diagonalen Spread zu erzeugen.

Bei dieser Strategie sind sowohl das Gewinnpotenzial als auch das Risiko begrenzt. Der Händler baut die Position zu einem Nettodefizit (oder Kosten) auf. Das Nettodefizit stellt dabei den maximalen Verlust dar.

Die meisten Händler, die eine solche Strategie umsetzen, sind in Bezug auf das zugrunde liegende Wertpapier - in diesem Fall Advanced Micro Devices - leicht bullish eingestellt. Anstatt 100 AMD-Aktien zu kaufen, erwirbt der Händler eine "deep-in-the-money" LEAPS-Call-Option. Diese LEAPS-Call-Option fungiert als Alternative zum Besitz der Aktie.

Für den ersten Teil dieser Strategie würde der Händler eine tief im Geld liegende (ITM) LEAPS-Call-Option kaufen, wie die AMD Jan. 20, 2023, 80-Strike Call-Option. Diese Option wird derzeit für 37,72 Dollar angeboten. Die Investition in diese Call-Option, die in fast eineinhalb Jahren ausläuft, würde sich auf 3.772 Dollar belaufen und nicht auf 10.976 Dollar, wenn der Händler die 100 Aktien direkt kaufen würde.

Das Delta dieser Option liegt nahe bei 0,80. Das Delta gibt die Preisänderung einer Option im Verhältnis zu einer Preisänderung des Basiswertes an.

Wenn die AMD-Aktie um 1 Dollar auf 110,76 Dollar steigt, würde der derzeitige Optionspreis von 37,72 Dollar voraussichtlich um etwa 80 Cents steigen, basierend auf einem Delta von 0,80.

Die tatsächliche Veränderung kann jedoch etwas mehr oder weniger betragen, was von verschiedenen anderen Faktoren abhängt, die den Rahmen dieses Artikels sprengen würden.

Im zweiten Teil dieser Strategie verkauft der Händler einen kürzer laufenden Short Call, der aus dem Geld (OTM) liegt, wie z.B. die AMD Oct. 15, 2021, 120-Strike Call-Option. Die aktuelle Prämie dieser Option beträgt 4,43 Dollar. Der Optionsverkäufer würde also 443 Dollar erhalten, ohne Handelskommissionen.

Die Strategie umfasst zwei Verfallstermine, so dass es recht schwierig ist, eine genaue Formel für den Break-even in diesem Trade anzugeben. Verschiedene Broker bieten "Gewinn-und-Verlust-Rechner" für ein solches Trading-Setup an.

Die Berechnung des Wertes der LEAPS-Call-Option, wenn die die Option mit kürzerer Laufzeit ausläuft, erfordert ein Preismodell, um eine Schätzung für den Break-even zu erhalten.

Maximales Gewinnpotenzial

Das maximale Potenzial ergibt sich, wenn der Aktienkurs am Verfallstag dem Ausübungspreis der kürzer laufenden Short Call-Option entspricht. Der Händler möchte also, dass der Kurs der AMD-Aktie bei Fälligkeit (am 15. Oktober 2021) so nah wie möglich am Ausübungspreis des Short Calls (d.h. hier 120 Dollar) bleibt, ohne ihn zu überschreiten.

In diesem Fall würde die maximale Rendite theoretisch etwa 1.196 Dollar bei einem Preis von 120 Dollar bei Fälligkeit betragen, ohne Handelsprovisionen und Kosten. (Wir haben diesen Wert mit einem Rechner für Optionsgewinne und -verluste ermittelt).

Ohne den Einsatz eines solchen Rechners lässt sich aber auch ein ungefährer Dollarwert ermitteln. Das geht so:

Der Optionsverkäufer (d. h. der Händler) hat für die Short Call-Option 443 Dollar erhalten. Gleichzeitig stieg die zugrunde liegende AMD-Aktie von 109,76 auf 120,00 Dollar. Dies entspricht einer Differenz von 10,24 Dollar pro AMD-Aktie bzw. 1.024 Dollar für 100 Aktien.

Da das Delta der länger laufenden LEAPS-Option auf 80 geschätzt wird, erhöht sich der Wert der Long Call-Option theoretisch um 1.024 Dollar x 0,8 = 819,20 Dollar (in der Praxis kann dieser Wert jedoch höher oder niedriger sein).

Die Summe aus 443 Dollar und 819,20 Dollar ergibt 1.262,20 Dollar. Das ist zwar nicht dasselbe wie 1.194 Dollar, aber wir können es als einen akzeptablen Schätzungswert betrachten.

Wäre der Ausübungspreis unserer long Call-Option anders gewesen (d.h. nicht 80,00 Dollar), wäre das Delta verständlicherweise auch anders ausgefallen. Dann müssen wir diesen Delta-Wert verwenden, um den ungefähren endgültigen Gewinn- oder Verlustwert zu ermitteln.

Da der Händler in diesem Fall anfangs nicht 10.976 Dollar in 100 AMD-Aktien investiert hat, ist seine potenzielle Rendite gehebelt.

Im Idealfall hofft der Händler, dass der kürzer laufende Short-Call aus dem Geld (wertlos) ausläuft. Dann kann der Händler einen Call nach dem anderen verkaufen, bis der länger laufenden LEAPS-Call in etwa eineinhalb Jahren ausläuft.

Fazit

Ein aktives Positionsmanagement bei einem diagonalen Debit Spread ist für unerfahrene Händler in der Regel schwieriger. Wenn AMD am 15. Oktober über 120 Dollar liegt, wird die Position weniger als den potenziellen Maximalertrag abwerfen, da die kürzer laufenden Option Geld zu verlieren beginnt.

Dann verspürt der Händler möglicherweise das Bedürfnis, den Trade vorzeitig zu schließen, wenn der Preis in die Höhe schießt und der kurzfristige Call tief im Geld liegt.

In den kommenden Wochen werden wir diese Diskussion mit verschiedenen Beispielen von Optionsstrategien fortsetzen.

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