Von Geoffrey Smith
Investing.com -- Europas neue Virus-Maßnahmen lassen die Aktienmärkte absacken. Die US-Märkte werden tiefer in den Donnerstag starten, nachdem Mnuchin die Chancen für weitere Konjunkturmaßnahmen herunterspielt. Die Anträge auf Arbeitslosenunterstützung werden in Kürze veröffentlicht. Biden führt in einer neuen Umfrage mit 11 Punkten vor Trump, aber die Lage bleibt aufgrund neuer Vorwürfe bezüglich seines Sohns Hunter angespannt. Und die technischen Experten der OPEC treffen sich, um den Stand der Vereinbarung zur Begrenzung der Fördermengen mit Russland und anderen zu erörtern. Folgendes sollten Sie am Donnerstag, dem 15. Oktober, über das Geschehen an den Finanzmärkten wissen:
1. Europäische Märkte fallen mit Corona-Ausbreitung
Die europäischen Aktien legten den Rückwärtsgang ein, da Frankreich und Großbritannien ihre Maßnahmen verschärften, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen. Frankreichs Regierung verhängte am Mittwochabend eine Ausgangssperre für Großstädte, während es Londonern ab dem Wochenende verboten ist, sich mit Personen aus anderen Haushalten zu treffen.
Die Maßnahmen beruhen auf der wachsenden Befürchtung, dass der Kontinent die Kontrolle über das Virus verliert. Angela Merkel soll nach einem Treffen mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch gesagt haben, dass die beschlossenen Maßnahmen "nicht hart genug sind, um eine Katastrophe zu verhindern".
Gegen 12:30 Uhr notierte der Euro gegenüber dem Dollar um 0,2% niedriger, während der Stoxx 600 um 2,3% fiel. Die Rendite der deutschen 10-Jahresanleihe erreichte mit -0,62% den niedrigsten Stand seit März.
2. Arbeitslosenanträge bleiben über 800.000
Die Reaktion in Europa spiegelte zum Teil auch die Enttäuschung über die Äußerungen des US-Finanzministers Steven Mnuchin am Mittwochabend wider. Er schloss eine Einigung über ein Konjunkturpaket vor den Wahlen im nächsten Monat aus.
Die Befürchtungen um den Zustand der US-Wirtschaft könnten durch die Veröffentlichung der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung um 14:30 Uhr wiederbelebt werden. Volkswirte erwarten einen Anstieg um 825.000. Die Folgeanträge dürften dagegen weiter zurückgehen, da die Menschen ihren Anspruch auf Leistungen verlieren oder aus dem Erwerbsleben ausscheiden.
Die monatliche Unternehmensumfrage der {ecl-907||Philadelphia Fed}} wird zur gleichen Zeit veröffentlicht.
Über Nacht gab es auch in der chinesischen Wirtschaft Anzeichen von Schwäche: Die Erzeugerpreisinflation fiel im Jahresvergleich auf -2,1%, ein deutliches Zeichen dafür, dass die Unternehmen nach der Pandemie Mühe haben, die Preise zu bestimmen.
3. Wall Street tiefer erwartet
Die US-Aktien-Futures deuten einen tieferen Start in den Donnerstag an. Damit dürfte die Wall Street ihre Vortagesverluste weiter ausbauen. Auslöser dafür waren die Konjunkturgespräche, die erneut keine Einigung gebracht haben. Auch der deutlich höher als erwartete Verlust von United Airlines im dritten Quartal belastete die Stimmung.
Gegen 12.20 notierte der Dow Jones Futures um 272 Punkte oder 1,0% im Minus, während der S&P 500 Futures um 1,1% sank und der NASDAQ Futures um 1,6% zurückging. Alle drei Aktienindizes liegen auf Monatsbasis nach wie vor deutlich im Plus, haben jedoch die seit Ende September angehäuften Gewinne etwa zur Hälfte wieder abgegeben.
Zu den Aktien, die wahrscheinlich später im Fokus stehen werden, gehören Morgan Stanley (NYSE:MS), Charles Schwab (NYSE:SCHW) und Kimberly-Clark (NYSE:KMB), die alle zusammen mit Taiwan Semiconductor und Roche (SIX:RO) Quartalsgewinne ausweisen werden. Der französische Luxusgigant LVMH} wird nach Börsenschluss sein Zahlenwerk für das abgelaufene Quartal vorlegen.
4. Biden bleibt im Rennen ums Weiße Haus vorn
Die Märkte wurden am Mittwoch auch durch eine Meldung der New York Post verunsichert, die den Kontakt zwischen dem Präsidentschaftskandidaten der Demokraten Joe Biden und Vertretern eines ukrainischen Unternehmens zu bestätigen schien, in dem sein Sohn Hunter im Vorstand saß.
Die Story bestärkt die Konservativen in ihrem Verdacht der Einflussnahme durch Biden Senior als Vizepräsident unter Barack Obama. Allerdings gibt es dafür keine handfesten Beweise.
Eine Umfrage für das Wall Street Journal und NBC ergab, dass Biden landesweit immer noch einen Vorsprung von 11 Prozentpunkten auf Präsident Trump hat. In weniger als einem Monat beginnen die Wahlen. Ein Bericht von Fortune deutete an, dass das Rennen wesentlich enger ist als ursprünglich angenommen.
5. Ölpreise unter Druck - OPEC im Fokus
Die Rohölpreise gaben aufgrund der hohen Risikoaversion an den Finanzmärkten nach. Die Angst vor einer erneuten Nachfrageschwäche infolge neuer Corona-Restriktionen belasten das schwarze Gold.
Gegen 12:25 Uhr fielen die U.S.-Rohöl-Futures um 2,6% auf 39,98 Dollar pro Barrel, während die Brent-Futures um 2,4% auf 42,29 Dollar pro Barrel sanken. Damit gaben sie alle Gewinne, die sie zuvor aufgrund eines unerwartet starken Rückgangs der US-Rohöllagerbestände erzielt hatten, wieder auf.
Laut den Daten der US-Regierung, die um 17.00 Uhr veröffentlicht werden, sollen die Ölbestände in der vergangenen Woche um 2,8 Millionen Barrel zurückgegangen sein.
In Wien treffen sich derweil die technischen Experten der "OPEC+", um den Stand ihres Ölexportbündnisses zu bewerten. Die Minister sollen den Deal bei einem Treffen am Dienstag noch einmal überprüfen. Am Markt kursieren Gerüchte über eine mögliche Vertagung der für Anfang nächsten Jahres geplanten Produktionssteigerung.
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