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DAX auf dem Weg von einem Target zum nächsten?

Veröffentlicht am 21.10.2022, 09:18
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Vorgestern schrieb ich als Fazit, man solle aktuell drei Dinge besonders im Auge behalten: die Ergebnisse der Berichtssaison, die Energiepreise und die Zinsen. Denn diese drei Faktoren beeinflussen aktuell den Aktienmarkt besonders stark. Und schon vorgestern waren es die steigenden Zinsen, welche die Aktienkurse belastet haben. Gestern ließ sich das gleiche beobachten.

Anleihen fallen auf neue Tiefs, Zinsen steigen auf neue Hochs

Anleger warfen Staatsanleihen aus ihren Depots, wodurch der Bund-Future sogar ein neues Korrekturtief markierte (siehe rote Ellipse im folgenden Chart).

Dies trieb die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihen im Gegenzug auf bis zu 2,4545 %, womit sie so hoch rentierte wie seit August 2011 nicht mehr.

Die 2-jährigen Papiere warfen mit 2,17 % sogar so viel Zinsen ab wie seit Ende 2008 nicht mehr.

Die 10-jährigen US-Staatsanleihen handelten derweil bei 4,10 % und die 2-jährigen sogar bei 4,52%.

Inflationsdruck hatte den Höhepunkt noch nicht erreicht

Getrieben wurde diese Entwicklung von Aussagen des Präsidenten der Fed von Minneapolis, Neel Kashkari, wonach die zugrundeliegende Inflationsdruck wahrscheinlich noch nicht ihren Höhepunkt erreicht hat.

Passend dazu teilte das Statistische Bundesamt gestern mit, dass die deutschen Hersteller ihre Preise im September erneut im Rekordtempo anhoben. Die Erzeugerpreise legten wie schon im August um durchschnittlich 45,8 % im Vergleich zum Vorjahresmonat zu.

Somit wurden im August und September jeweils die höchsten Anstiege der Erzeugerpreise gegenüber einem Vorjahresmonat seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949 gemessen. Ökonomen hatten dagegen mit einem leichten Rückgang auf 44,7 % gerechnet. Da half es auch nicht, dass die Preise im September im Vergleich zum Vormonat mit 2,3 % deutlich langsamer zulegten als im August mit 7,9 %. Denn im Ergebnis sind sie weiter gestiegen. Und die Erzeugerpreise gelten als Vorbote für die Verbraucherpreise.

DAX: Rechtecklinie überwunden, an Mittellinie gescheitert

Der DAX zeigte in diesem Umfeld gestern zunächst wieder Schwäche und gab im Tagestief gegenüber dem vorgestrigen Schlusskurs um fast 0,9 % nach. Zuvor hatte der deutsche Leitindex aber immerhin die Rechteckgrenze bei 12.590 Zählern überwunden (siehe grüne Ellipse im folgenden Chart). Und am 11. Oktober hieß es für diesen Fall, dass der deutsche Leitindex damit wahrscheinlich sein (Jahres-)Tief gefunden hat.

Diese Chance besteht auch nach wie vor. Denn der DAX hat mit dem jüngsten Kursverlauf nach einem höheren Tief auch ein höheres Hoch markiert. Es liegt also im kurzfristigen Bereich eine kleine Trendwende vor (siehe grüner Trendkanal im folgenden Chart).

Und auch wenn der DAX zuvor seine ehemaligen Korrekturtiefs bei 12.438,85 und 12.390,95 Punkten noch ein zweites Mal deutlich unterschritten hatte (grüne horizontale Linien), so notiert er aktuell wieder oberhalb dieser Marken – und auch oberhalb der 12.590er Rechteckgrenze.
Ich erwarte daher weiterhin, dass das neue Korrekturtief an der 11.880er Rechteckgrenze nur eine Bärenfalle war, so wie ich es zu meinem bogenförmigen Szenario zuletzt am 15. September beschrieben hatte.

Mit diesem Chart sieht man auch, an welcher Hürde sich die Bullen jüngst auch den Kopf gestoßen haben: an einer alten Aufwärtstrendlinie (dick grün). Und diese hat zusammen mit der Mittellinie bei 12.945 Punkten (siehe Target-Trend-Charts oben) einen Kreuzwiderstand gebildet. Das könnte noch zu einem Problem werden.

Kurzfristige Trendwende oder Flagge im Abwärtstrend?

Im Börsenbrief „Target-Trend-Spezial“ habe ich jüngst nämlich bereits darauf hingewiesen, dass sich ohne eine weitergehende Kurserholung aus dem kurzfristigen Aufwärtstrendkanal auch noch eine Flagge im übergeordneten Abwärtstrend entwickeln könnte (grün auch im folgenden Chart). Damit ist insbesondere zu rechnen, wenn der DAX nun noch ein drittes Mal unter die ehemaligen Korrekturtiefs fallen sollte.

Bleibt der DAX hingegen im aktuellen Rechteck oberhalb von 12.590 Punkten und lässt er sich von der psychologisch wichtigen Marke von runden 13.000 Punkten anziehen, dann könnte er sich in Richtung des Targets bewegen (roter Kreis). Das ist auch zu erwarten, wenn er die 12.945er Mittellinie sowie die 13.000er Marke sogar deutlich überwinden kann, aber die wichtige Abwärtstrendlinie (dick rot) zunächst weitergehende Kursgewinne verhindert und die Kurse entlang diese Linie nach unten und in Richtung des Targets gedrückt werden. Damit ist auch durchaus zu rechnen, weil die Abwärtstrendlinie ein starker Widerstand ist.

Kurzfristig sollte man den Fokus allerdings zunächst noch auf das Target (NYSE:TGT) bei 12.873 Punkten richten, welches Torsten Ewert am Montag ins Spiel gebracht hat:

Aktuell scheint es so, als würde der DAX dieses Target heute zum kleinen Verfallstag treffen. Zumal sich das neue Korrekturtief im Bund-Future im gestrigen Handelsverlauf als nicht nachhaltig entpuppt hat (siehe auch Chart oben) und sich der DAX von seinen Tagestiefs deutlich erholen konnte. Und wenn das gelbe Target heute getroffen wird, dann ist das rote Target das nächste Ziel.

Ich wünsche Ihnen jedenfalls viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus

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