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Täglicher Kommentar der apano-Fondsberater - 14. September 2023

Veröffentlicht am 14.09.2023, 11:40
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Die Kernrate der US-Verbraucherpreise stieg im August um 0,3% an. Das war zwar etwas stärker als erwartet, die Jahresteuerung verringerte sich jedoch wie prognostiziert auf 4,3%. Damit sind letzte Zweifel ausgeräumt: die FED wird im September die Zinsen nicht erhöhen. Die Rendite der Ton angebenden 10jährigen US-Staatsanleihe fiel leicht zurück, die US-Aktienmärkte legten moderat zu. Auffallend war aber die geringe Breite des Aufschwungs: insbesondere in der zweiten Reihe gab es viele Verlierer, der Russell 2000 gab 0,8% nach. Denn zwar werden die Zinsen voraussichtlich ihren Hochpunkt fast erreicht habe, das Plateau wird aber von der FED wohl lange gehalten werden müssen, zu hartnäckig hält sich der Preisauftrieb auf nicht tolerablem Level. Das könnte kleinere Werte mit weniger Finanzkraft insbesondere aus dem Growth-Sektor mit der Zeit bedeutsam belasten.          

In der Eurozone steht heute die bislang spannendste Entscheidung im laufenden Zinszyklus an. Es ist völlig offen, wie die EZB entscheiden wird, da die Mitglieder des EZB-Rats uneinig sind. Am Markt wird eine  Erhöhung um 0,25% mit einer Wahrscheinlichkeit von 70% erwartet. Das Dilemma: einer viel zu hohen Inflation steht eine äußerst schleppend laufende Konjunktur gegenüber. Die Gefahr des Übersteuerns ist hoch, da Zinserhöhungen Zeit verzögert wirken. Andererseits bekommen die Inflationsbefürchtungen neue Nahrung durch die zuletzt wieder steigenden Energie- und Metallpreise. Der ESX 50 wartet mit leichten Abschlägen auf den Ausgang der Notenbanksitzung. Unter den Sektoren des gut behaupteten STXE 600 stehen Autoaktien am hinteren Ende – was wiederum den DAX belastet. Die Aktien dieser Branche verhalten sich derzeit ungewöhnlich volatil, auch intraday. Die Rohstoff-Titel legen hingegen deutlich zu. Ansonsten konnte im dünnen Vormittagsgeschäft Barclays-Bank unter Beweis stellen, wie mächtig deren Anlageempfehlungen zumindest kurzfristig wirken: die Abstufung des Luxusgütersektors setzt Kering (EPA:PRTP) zu, die von „overweight“ auf „underweight“ geänderte Einstellung zu den Spirituosenherstellern lässt Pernod Ricard (EPA:PERP) ans hintere Ende des ESX 50 fallen. Auch die Schwäche des Autosektors dürfte u.a. mit der britischen Bank zusammenhängen: diese hat BMW (ETR:BMWG) ebenfalls auf „underweight“ abgestuft.

Die von der EU angekündigten Untersuchungen, ob China in nicht erlaubtem Ausmaß und damit Wettbewerb verzerrend die eigene Autoindustrie unterstützt, wirft die Frage auf, ob damit das Tor zu einem Handelskrieg mit China geöffnet wird. Denn hohe EU-Strafzölle auf chinesische Autoimporte dürften eine mögliche Folge  sein – was dann ganz sicher wiederum eine Revanche seitens China nach sich ziehen wird. Laut Blomberg könnte der Prozess bis zu 9 Monate dauern und in einen Zoll von 27,5% münden – das ist der Satz, den die USA auf chinesische Autoimporte erheben.  

Bemerkenswert ist die Maßnahme der französischen Supermarktkette Carrefour (EPA:CARR). Diese klebt nun Warnhinweise auf Produkte, bei denen die Größe geschrumpft aber die Preise angehoben wurden, obwohl die Rohmaterialkosten gesunken sind. Damit soll erreicht werden, dass Lebensmittelhersteller wie Nestlé (SIX:NESN) oder Unilever (AS:ULVR) ihre Margenpolitik überdenken und einen Beitrag zur Inflationsabsenkung leisten. Die initiale Idee stammt vom französischen Finanzminister Bruno Le Maire.                  

In Fernost hat sich Japan erneut besonders freundlich präsentiert, unterstützt durch Aussagen eines Ministers auf die Notwendigkeit konjunktureller staatlicher Stimulanzien. Auch in Südkorea und Australien kletterten die Kurse. Chinas Börsen stagnierten, hier belasteten die EU-Ankündigungen die Autowerte wie z.B. BYD (F:1211). Ein Störfaktor war auch Moody`s:  die Ratingagentur hat laut Reuters heute Chinas Immobilienmarkt von „stabil“ auf „negativ“ zurückgestuft. Die staatlichen Unterstützungen seien kurzlebiger Natur, die Nachfrage werden schleppend bleiben.

APX: Shanghai Composite +2.

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